Wo steht die deutsche Industrie bei KI und Robotik wirklich?
28-08-2025: Neue ifaa-Trendstudie
Die Digitalisierung in Deutschlands Produktionshallen ist kein Selbstläufer. Das belegt die brandneue ifaa-Trendstudie „Zukunftstechnologien“, die im August 2025 unter 157 Führungskräften durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeichnen ein Bild von großen Ambitionen, aber auch von deutlichem Nachholbedarf und einer spannenden Entwicklung im Bereich der Robotik.
Das „Ausreichend“ im digitalen Zeugnis
Trotz des technologischen Fortschritts bewerten Führungskräfte den aktuellen Digitalisierungsstand ihrer Unternehmen im Schnitt nur mit der Schulnote „ausreichend plus“. Besonders problematisch: Rund 40 % der Befragten vergeben für ihr eigenes Haus sogar nur ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Als größte Bremsen gelten hohe Anpassungsbedarfe bei Software sowie projektbezogene Insellösungen.
KI in der Robotik: Der neue Hoffnungsträger
Ein besonders spannender Fokus der Studie liegt auf der Robotik. Während klassische Industrieroboter aktuell seltener eingesetzt werden, richten sich alle Augen auf die nächste Generation.
- Humanoide Robotik als Gamechanger: Die Studie identifiziert humanoide Systeme als große Hoffnungsträger, die den geringen Einsatz traditioneller Robotik künftig kompensieren könnten.
- Das Verständnis von „Humanoid“: Für die meisten Befragten definiert sich ein humanoider Roboter primär über seine flexible Einsetzbarkeit (50,3 %) und sein menschähnliches Aussehen (48,4 %).
- Funktionale Merkmale: Dass sie sich auf zwei Beinen bewegen (42,7 %) oder durch Abschauen lernen können (38,9 %), wird ebenfalls als wichtiges Merkmal gesehen.
- Zukunftspotenzial: Beeindruckende 65 % der Befragten messen humanoiden Robotern allgemein eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für die Zukunft bei.
Der KI-Durchbruch ist da – aber ungleich verteilt
Künstliche Intelligenz hat den breiten Markt erreicht, insbesondere durch generative KI und große Sprachmodelle im administrativen Bereich. Doch die Akzeptanz ist oft eine Frage der Unternehmensgröße:
- Großunternehmen als Vorreiter: Während große Betriebe beim Einsatz und in der Planung von KI führen, sind kleinere Betriebe deutlich zurückhaltender.
- Emotionale Barrieren: Weniger als 10 % der Führungskräfte geben an, dass es in der Belegschaft keinerlei Bedenken gegen KI gibt.
- Gründe für Skepsis: Die größten Ängste sind der Verlust des Arbeitsplatzes, die Abhängigkeit von der Technik und eine stärkere Kontrolle durch die Technologie.
- Akzeptanz durch Erfahrung: Die Akzeptanz steigt drastisch, sobald die Technologie real eingeführt ist. In Unternehmen mit KI-Einsatz bewerten rund drei Viertel die Akzeptanz als hoch oder sehr hoch.
Fazit: Es ist ein Change-Projekt, kein reines IT-Projekt
Die Studie des ifaa macht deutlich: Der Erfolg von Zukunftstechnologien wie humanoiden Robotern oder KI entscheidet sich nicht allein an der Hardware, sondern an der soziotechnischen Integration. Eine KI-Einführung darf nicht als reines Technologieprojekt betrachtet werden, sondern als Change-Projekt, das Schulungen und Akzeptanzförderung in den Fokus rückt.
Die ganze Studie finden Sie hier: www.arbeitswissenschaft.net